Bessere OP-Techniken – bessere Prognose

Herr Professor Büchler, herzlichen Glückwunsch zum Krebspreis. Wie würden Sie Ihrem Nachbarn Ihren Forschungsschwerpunkt beschreiben?

Es geht um den Bauchspeicheldrüsenkrebs bzw. das Pankreaskarzinom. Bisher hat diese Krankheit sehr schlechte Heilungsraten. In meinem Forschungslabor beschäftige ich mich zusammen mit meinen Mitarbeiter*innen mit den Entstehungsmechanismen dieses Tumors. Welche Rolle spielt zum Beispiel das Rauchen, welche Vorstufen existieren, und wie lässt sich die Entstehung dieser Krebsart verhindern? Ganz wichtig sind auch die klinischen Studien, die wir gemeinsam mit vielen anderen europäischen und internationalen Kliniken durchführen, um die Behandlung des Pankreaskarzinoms zu erforschen und die Heilungsraten zu verbessern. Chirurgie kann den Bauchspeicheldrüsenkrebs heilen. Also arbeiten wir an besseren Methoden, um Bauchspeicheldrüsenkrebs besser und wirksamer operieren zu können. Von unserer Arbeit profitieren also Patient*innen mit einem Pankreaskarzinom, aber auch Menschen mit Krebsvorstufen, die man entfernen kann, um dem Krebs zuvorzukommen.

Die Pankreaschirurgie gilt als höchst anspruchsvoll. Warum ist das so?

Der Pankreas ist ein sehr weiches und leicht zerfließendes Organ. Nähte am Pankreas heilen schlecht. Daher kommt es besonders auf die chirurgischen Techniken an und auf die möglichst große Erfahrung des Chirurgen oder der Chirurgin. Dazu kommt, dass der Pankreassaft ein sehr aggressiver Verdauungssaft ist und auf keinen Fall in die Umgebung des Pankreas fließen darf, weil die Menschen sich dann sozusagen selbst verdauen. Daher sollte Pankreaschirurgie nur an speziellen Zentren mit hohen Fallzahlen durchgeführt werden.

Sie haben schon viele Betroffene behandelt. Gab es einen Menschen, der Sie besonders beeindruckt hat?

Voriges Jahr habe ich den früheren Chef des Westdeutschen Rundfunks und ehemaligen Präsidenten der Stiftung Deutschen Krebshilfe Fritz Pleitgen am Pankreaskarzinom operiert. Es geht ihm gut, und er hat gerade sein neuestes Buch „Eine unmögliche Geschichte“ veröffentlicht. Darin beschreibt er auch seine Erfahrungen mit dem Bauchspeicheldrüsenkrebs.