Der Deutsche Krebspreis 2024 für experimentelle Krebsforschung geht an

Prof. Michaela Frye

Prof. Dr. Michaela Frye ist Leiterin der Abteilung "Regulatorische Mechanismen der Genexpression" am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) Heidelberg. Ihre wegweisenden Forschungsarbeiten sind auf chemische RNA-Modifikationen gerichtet, die zur Entwicklung von Krebs, Metastasierung und Therapieresistenz beitragen. Ihre Arbeitsgruppe ist führend in diesem Forschungsgebiet. Professorin Frye wies beispielsweise erstmalig nach, dass Mutationen in RNA-modifizierenden Enzymen Erkrankungen verursachen können. Sie entdeckte dabei neue biologische Mechanismen, die entscheidend zur Tumorentwicklung und zur Chemotherapieresistenz beitragen. Unter anderem zeigte das Team um Michaela Frye, dass spezifische RNA-Modifikationen in Mitochondrien – Zellorganellen, die auch als Kraftwerke der Zelle bezeichnet werden – an der Metastasenbildung maßgeblich beteiligt sind. Aggressive metastatische Krebszellen nutzen Mitochondrien, um ihren Energiestoffwechsel dynamisch an neue zelluläre Umgebungen anzupassen. Mitochondriale RNA-Modifikationen fördern die Ausbreitung von Krebszellen, indem sie die Proteinsynthese antreiben und dabei die metabolische Flexibilität von aggressiven invasiven und metastasierenden Kopf-Hals-Karzinomen erhöhen. Inhibitoren mitochondrialer RNA-Modifikationen könnten daher ein neues Behandlungskonzept gegen Metastasenbildung darstellen.

Porträtfoto von Prof. Dr. Michaela Frye, Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg/Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ)
© Anna Logue Fotografie

"Krebszellen führen eine eigenständige Existenz im Körper."

Prof. Dr. Michaela Frye erhielt den Deutschen Krebspreis 2024 in der Kategorie "Experimentelle Krebsforschung". Im Interview spricht sie über ihre Forschung und über ihre Motivation.