Der Deutsche Krebspreis 2026 für experimentelle Krebsforschung geht an


Prof. Marcus Conrad

Prof. Dr. Marcus Conrad, © Claudia Dahlke
© Claudia Dahlke

Prof. José Pedro
Friedmann Angeli

Prof. Dr. José Pedro Friedmann Angeli, © Daniel Peter
© Daniel Peter

Der Deutsche Krebspreis 2026 in der Kategorie „Experimentelle Forschung“ geht an zwei Forscher: Prof. Dr. Marcus Conrad, Helmholtz Munich, und Prof. Dr. José Pedro Friedmann Angeli, Universität Würzburg. Gemeinsam leisteten sie Pionierarbeit bei der Entdeckung und Charakterisierung der Ferroptose, einer erst in den letzten Jahren intensiver erforschten Form des programmierten Zelltods. Sie wird durch eisenabhängige oxidative Schäden in der Zellmembran ausgelöst. Da viele Tumoren, insbesondere hochaggressive, therapieresistente Tumoren, empfindlich auf diesen Mechanismus reagieren, gilt die Ferroptose als vielversprechender Ansatz für neue Therapien.

Professor Conrad war Vorreiter auf diesem Gebiet: Seine Arbeitsgruppe konnte erstmals zeigen, dass der Verlust des Enzyms Glutathionperoxidase 4 (GPX4) eine neue Form des nicht-apoptotischen Zelltods auslöst: die Ferroptose. Mit dem Eintritt von Professor Friedmann Angeli in die Arbeitsgruppe begann eine langjährige und äußerst erfolgreiche Zusammenarbeit, die maßgeblich zur Aufklärung der molekularen Grundlagen dieses Zelltodmechanismus beitrug. Gemeinsam identifizierten sie zentrale Faktoren, die bestimmen, wie empfindlich Tumorzellen gegenüber Ferroptose sind oder wie sie sich davor schützen können.

Aufbauend auf ihren Erkenntnissen haben Prof. Dr. Marcus Conrad und Prof. Dr. José Pedro Friedmann Angeli Wirkstoffe entwickelt, die diesen Zelltodmechanismus therapeutisch nutzen. Erste präklinische Studien zeigen im Mausmodell bereits, dass die Medikamente das Tumorwachstum hemmen und die Bildung von Metastasen verhindern können. Damit eröffnen ihre Entdeckungen neue Perspektiven für die Behandlung schwer therapierbarer Tumorerkrankungen.