Der Deutsche Krebspreis 2026 für translationale Krebsforschung geht an

Prof. David Capper

Prof. Dr. David Capper, © Isabelle Knispel
© Isabelle Knispel

Den Deutschen Krebspreis 2026 in der Kategorie „Translationale Forschung“ erhalten Prof. Dr. David Capper, Charité – Universitätsmedizin Berlin und Deutsches Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK) Berlin, und Prof. Dr. Dr. Felix Sahm, Medizinische Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg sowie Universitätsklinikum Heidelberg und Deutsches Krebsforschungszentrum, für ihre wegweisenden Beiträge zur molekularen Diagnostik von Hirntumoren. Ihre Arbeiten haben die Klassifizierung und Risikoabschätzung von Gehirntumoren grundlegend verändert und bilden heute die Basis für moderne, zielgerichtete Therapiekonzepte.

Prof. Capper hat die genomweite epigenetische Diagnostik für Gliome, glioneuronale Tumoren und weitere ZNS-Tumoren etabliert und ein Klassifikationssystem entwickelt, das routinemäßig in der Diagnostik eingesetzt werden kann. Auf Basis dieser Methodik können Tumoren präziser definiert werden. Prof. Sahm hat durch die kombinierte Analyse von Tumor- und Immunzellen die individuelle Risikoabschätzung mittels Epigenetik entwickelt. Dadurch fällt die Verlaufsvorhersage insbesondere bei Meningeomen erheblich genauer aus. Die Arbeiten eröffnen zudem – durch beschleunigte Datenerhebung – Wege für eine intra-operative Klassifikation.

Beide nutzten moderne Machine-Learning-Verfahren und konnten zahlreiche neue Entitäten identifizieren sowie Grundlagen für spezifischere Therapieansätze schaffen. Die dadurch entstandene diagnostische Ressource ist heute im klinischen Alltag für die Einordnung und Beurteilung dieser Tumoren unverzichtbar. Ihre Erkenntnisse haben in internationalen Leitlinien und der WHO-Klassifikation Eingang gefunden.

Die Arbeiten von Prof. Sahm und Prof. Capper haben damit nicht nur die Neuroonkologie, sondern auch die molekulare Diagnostik anderer Tumorarten nachhaltig geprägt und eröffnen neue Möglichkeiten für individualisierte Therapien.